Alexander Untschi, Gründer der Edwin Fischer Sommerakademie Potsdam
Alexander Untschi

Wiederbegründung

Alexander Untschi

Pianist · Initiator der wiederbelebten Potsdamer Meisterkurse

Eine musikalische Tradition bleibt nicht durch Erinnerung allein lebendig, sondern durch Menschen, die sie aufnehmen und weitergeben.

Als der Pianist Alexander Untschi 2006 nach Potsdam zog, begann er, sich intensiv mit der Musikgeschichte der Stadt zu beschäftigen. Dabei stieß er auf die Meisterkurse, die in den 1930er- und frühen 1940er-Jahren bedeutende Musiker und junge Talente aus verschiedenen Ländern in Potsdam zusammengeführt hatten. Zu den prägenden Persönlichkeiten dieser Tradition gehörte Edwin Fischer.

Untschi war dieser Geschichte auch pädagogisch verbunden: Er hatte bei Paul Badura-Skoda studiert, einem Schüler Edwin Fischers. 2009 initiierte er die Wiederbelebung der Potsdamer Meisterkurse; den ersten Kurs leitete Badura-Skoda. Seit 2010 wird die Arbeit unter dem Namen Edwin Fischer Sommerakademie Potsdam fortgeführt.

Untschis Anliegen erschöpft sich nicht im Gedenken an eine historische Künstlerpersönlichkeit. Im Mittelpunkt steht die lebendige Weitergabe einer musikalischen und pädagogischen Haltung: genaue Arbeit am Werk, persönliche Verantwortung in der Interpretation und der Austausch zwischen den Generationen.

Die Akademie

Eine Tradition, die in der Arbeit weiterlebt

Die Edwin Fischer Sommerakademie knüpft an eine besondere Potsdamer Meisterkurstradition an und übersetzt sie in eine gegenwärtige Form des gemeinsamen Lernens.

In den 1930er- und frühen 1940er-Jahren arbeiteten in Potsdam bedeutende Musiker mit jungen Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Ländern. Edwin Fischer gehörte zu den prägenden Lehrenden dieser Kurse. Die heutige Akademie führt diesen Gedanken fort: musikalische Erfahrung wird nicht konserviert, sondern im Unterricht, im Zuhören und in der erneuten Auseinandersetzung mit dem Werk wirksam.

Im Palais Lichtenau kommt eine bewusst begrenzte Gruppe ausgewählter junger Pianistinnen und Pianisten zusammen. Die konzentrierte individuelle Arbeit mit international erfahrenen Künstlerpersönlichkeiten steht ebenso im Zentrum wie das Lernen voneinander. Das öffentliche Abschlusskonzert macht hörbar, wie sich musikalische Vorstellungen im Verlauf des Kurses entwickeln.

Künstlerinnen, Künstler und Pädagogen der Akademie · Auswahl

  • Paul Badura-Skoda
  • Elisabeth Leonskaja
  • Karl-Heinz Kämmerling
  • Dimitri Bashkirov
  • Paul Lewis
  • Klaus Hellwig
  • Eldar Nebolsin
  • Bernd Zack
Individuelle Arbeit
Eine kleine, sorgfältig ausgewählte Gruppe ermöglicht konzentrierten Unterricht und die genaue Beschäftigung mit Klang, Struktur und Ausdruck eines Werkes.
Internationaler Austausch
Junge Pianistinnen und Pianisten verschiedener Herkunft begegnen einander im gemeinsamen Hören, Fragen und Erproben musikalischer Möglichkeiten.
Lebendige Tradition
Überlieferung ist hier kein festes Regelwerk. Sie bildet einen Erfahrungshorizont, vor dem eine eigenständige, verantwortete Interpretation entstehen kann.

Meisterkurs als Begegnung

Erfahrung wird hörbar, wenn sie geteilt wird

Dimitri Bashkirov bei der Edwin Fischer Sommerakademie
Dimitri Bashkirov
Paul Lewis während eines Meisterkurses der Edwin Fischer Sommerakademie
Paul Lewis
Klaus Hellwig während eines Klaviermeisterkurses
Klaus Hellwig

Potsdam · Begegnung · Weitergabe

Musikalische Tradition lebt dort weiter, wo Erfahrung geteilt und neu interpretiert wird.

Die Edwin Fischer Sommerakademie verbindet die historische Potsdamer Meisterkurstradition mit internationaler Begegnung und intensiver Nachwuchsförderung. In der gemeinsamen Arbeit entsteht kein festgeschriebenes Ideal, sondern Raum für eine musikalische Interpretation, die aus Erfahrung schöpft und eine eigene Stimme findet.

Prof. Bernd Zack

Meisterkurs 2026

Impressionen aus dem Meisterkurs 2026 und dem begleitenden Konzert der Edwin Fischer Sommerakademie im Palais Lichtenau Potsdam

Eine intensive Woche voller Musik, Begegnungen und gemeinsamer künstlerischer Arbeit liegt hinter uns. Professor Bernd Zack von der Hochschule für Musik und Theater Rostock leitete den diesjährigen Meisterkurs und arbeitete mit zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus aller Welt an Interpretation, Ausdruck und musikalischer Gestaltung.

Den besonderen Abschluss der Akademiewoche bildete das Publikumspreisträgerkonzert im Festsaal des Palais Lichtenau. Hier präsentierten ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können und ließen eine ereignisreiche und inspirierende Woche noch einmal musikalisch lebendig werden.

Der Meisterkurs bot Raum für neue Impulse, persönliche Begegnungen und intensive musikalische Arbeit – und vor allem für die gemeinsame Begeisterung für Musik, die Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen miteinander verbindet.

Wir blicken mit großer Freude auf die Sommerakademie 2026 zurück und freuen uns bereits auf den nächsten Meisterkurs im Sommer 2027.